Furi – Jeder Fight ist ein Bosskampf

Gnadenlose Duelle gegen mächtige Gegner: In "Furi" gibt es keine gesichtslosen Gegnerhorden, nur knallharte Bosse, die euch alles an Können abverlangen.

Furi – Jeder Fight ist ein Bosskampf
Veröffentlicht am 12. März 2016 von Ulrich Wimmeroth

Nur weg von hier, ist euer einziger Gedanke. Weg von diesem abscheulichen Gefängnisplaneten und seinen gnadenlosen Bewachern. Um euer Ziel zu erreichen, müsst ihr euch immer gefährlicheren Gegnern stellen, bis ihr endlich zu dem mächtigen Jailer gelangt, der den Schlüssel zur Freiheit bewacht. In dem knallharten Beat ‚em up Furi des französischen Indie-Studios The Game Bakers geht es puristisch zu. Es gibt keine Horden an gleichförmigen Gegner zu besiegen, jeder Fight ist ein einzigartiger Bosskampf. Ein Duell auf Leben und Tod.

Furi ist ein schnelles Spiel. Jeder Tastendruck löst sofort eine Aktion aus und verlangt von dem Spieler ein Höchstmass an Aufmerksamkeit, Geschick und Lernfähigkeit. Die Bosse werden im Verlauf der Geschichte immer stärker und verfügen über individuelle Fähigkeiten und Angriffsstrategien. Diese gilt es zu erkennen und die geeignete Abwehr gegen den drohenden Pixeltod zu finden. Ausgerüstet ist der Spieler mit einem Samurai-Schwert und Feuerwaffen. In der ersten Phase eines Kampfes wird der Boss mit den Fernwaffen auf Abstand gehalten und mit einem Kugelhagel eingedeckt. Zeigen sich die ersten Ermüdungserscheinungen beim Kontrahenten, kommt die Klinge im Nahkampf zum Einsatz.

Es gibt keine neuen Waffen, keine Ausrüstung die sich aufwerten lassen könnte. Die Fähigkeiten des Spielcharakters verändern sich nicht, es ist der Spieler, der einfach immer besser werden muss. Die Attacken und die Verteidigung der Bosse verinnerlichen, die Taktik der Gegner erkennen und kontern. Ein Kampf wie ihn ein wahrer Samurai ausfechten würde. Das ist der einzige Weg zum Erfolg.

Die Idee zu dem originellen Spielprinzip kam Emeric Thoa bereits vor zehn Jahren. Es war auf einer Flugreise, als der damalige Leitende Spieldesigner beim Softwareriesen Ubisoft, über das für ihn ideale Spiel nachdachte. Eine Mischung aus dem eleganten und blitzschnellen Kampfstil von Bayonetta und dem stetigen „Auf der Hut sein“ von Dark Souls, sollte es sein. Das für ihn perfekte Spiel sollte erst „Duel“ heißen und ein einziger, achtstündiger, Bosskampf werden. Man habe sich dann aber doch dafür entschieden, lieber eine Serie an Kämpfen zu präsentieren.

Thoa, der an AAA-Titeln wie Ghost Recon Advanced Warfighter oder Splinter Cell Double Agent gearbeitet hat, gründete Jahre später mit The Games Bakery sein eigenes Studio. Der Name rührt übrigens nicht nur daher, dass die Räumlichkeiten sich tatsächlich über einer Bäckerei befinden. Thoa vergleicht das Design eines Spiels mit dem Backen, bei dem die Zutaten wie Timing, Präzision, Reflexe oder Strategie, zu einem spielerischen Leckerbissen angerührt werden.

Furi wurde als audiovisuelles Erlebnis konzipiert, bei dem die Grafik und auch die Musik eine bedeutende Rolle spielen. Für die stylische Anime-Optik des ungewöhnlichen Prüglers, hat Thoa mit dem japanischen Manga-Zeichner und Designer Takashi Okazaki zusammen gearbeitet. Der Schöpfer der Kultserie Afro Samurai besuchte Thoa in Montpelier, war von dem Konzept begeistert und lieferte die starken, teil extrem surrealen, Charaktermodelle für den Helden und seine Kontrahenten.

Besonders Erwähnenswert ist der gelungene Einsatz von Musik. Oftmals ein vernachlässigter Faktor bei Indie-Produktionen, in denen Geld und Ressourcen knapp sind. Emeric Thoa erzählt in einem Interview von seiner Zeit als Boxer. Und das er seine Ängste vor einem Kampf bezwungen hat, in dem er sich mit Musik in die richtige Stimmung gebracht hat. Das will er auch in Furi rüberbringen und den Spieler mit dem treibenden Soundtrack motivieren, sich immer wieder den knallharten Duellen zu stellen.

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