Auf Leben und Tod – Dramatische Zweikämpfe in Nidhogg 2

Treffen die Entwickler von Messhof mit dieser Fortsetzung erneut ins Schwarze?

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Veröffentlicht am 11. September 2017 von Stefan Kluger

Nidhogg 2 hat ein schweres Erbe anzutreten. Schließlich gilt das Original bereits jetzt als Klassiker des Genres. Aber was für ein Spiel ist Nidhogg 2 eigentlich? Wie der Erstling dreht sich auch hier alles um knallharte Duelle, eins gegen eins. Doch statt dem gewohnt stylischen, reduzierten Design erlebt ihr hier knallbunte Arenen und denkbar abgefahrene Charaktere.

Nidhogg 2 ist jetzt im PlayStation Store zum Preis von 14,99 erhältlich.

Nidhogg 2

Frisches Gewand

Während in der allgemeinen Retro-Begeisterung seit Jahren zahllose Spiele mit Nostalgie-Faktor den Markt fluten, gibt es nach wie vor Ausnahme-Erscheinungen. Dazu gehört zweifellos auch Nidhogg, dass durch seine reduzierte Pixel-Ästhetik aus der breiten Masse heraussticht und nach wie vor für Begeisterung innerhalb der Community sorgt. Nichtsdestotrotz dürfte der Titel an einigen von euch vorbeigegangen sein. Schließlich ging die Fecht-Action im flackernden 8-Bit-Look zum Release etwas unter – trotz wohlwollender Pressestimmen und positivem Feedback der Core-Gamer.

Doch immerhin reichte der Erfolg, sich an einen Nachfolger zu machen. Dabei kassierte jener bereits im Vorfeld Kritik, stellt der neue Grafikstil doch einen eklatanten Stilbruch dar. Allerdings demonstriert Nidhogg 2 ab der ersten Minute: Darauf kommt es nicht an! Und falls doch, dann sei gesagt, dass der neue Art Style durchaus gelungen ist und das Abenteuer nicht zuletzt deshalb eine packende Atmosphäre versprüht. Abgedrehte Charaktere, abgründiges Leveldesign und – wie könnte es anders sein? – Nidhogg höchstpersönlich sorgen einmal mehr für die passende Stimmung. Außerdem treiben euch fetzige Electro-Beats regelmäßig in einen wahren Blutrausch. “Nur noch einmal!”, tönt es durch den Raum. Hoffentlich hält die Freundschaft.

Nidhogg 2

Bewährtes Gameplay

Die Faszination generiert sich also nicht über die unterscheidungskräftige Optik. Schließlich könnten die beiden Teile in diesem Aspekt verschiedener kaum sein. Vielmehr ist es das geniale Spielprinzip, das in Nidhogg 2 erneut zum Vorschein kommt. Ihr steht eurem Widersacher in einer 2D-Arena gegenüber, jeder trägt eine Waffe. Während es sich hierbei üblicherweise um einen Degen handelt, kann es schon mal auch ein Schwert, Dolch oder Bogen sein. Dabei ist wesentlich, den Gegner möglichst rasch zu besiegen, um an ihm vorbei in Richtung Nidhogg zu rennen. Und nach einigen erfolgreichen Duellen habt ihr es geschafft, ihr dürft euch fressen lassen. Denn das ist nunmal der Sinn und Zweck in diesem Spiel.

Das kommt euch alles irgendwie bekannt vor? Dann habt ihr mit Sicherheit den Vorgänger gespielt! Denn in spielerischer Hinsicht hat sich im optisch so anderen Nachfolger praktisch nichts geändert. Es ist eine simple Aufgabe, die euch jedoch regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treiben wird. Schließlich steht euer Gegenüber genau vor derselben Herausforderung und wird euch dementsprechend das Leben schwer machen, die übermächtige Schlange zu erreichen.

Nidhogg 2

Von essentieller Wichtigkeit ist bei solch einem Titel natürlich die Steuerung. Und die kann sich wahrlich sehen lassen! Einfach und intuitiv in der Handhabe, überzeugt sie vom ersten Gefecht an. Doch Vorsicht, gegen das sich rasch anbahnende Couch-Koop-Fieber ist kaum ein Kraut gewachsen. Da kann ein einzelnes Duell schon mal eine Viertelstunde dauern – ein scheinbar ewiges Hin und Hier, das bis zur letzten Sekunde unberechenbar und spannend bleibt. Ein todbringer Pfeil schießt durch die Luft, das Ende des Kontrahenten scheint besiegelt. Doch jener blockt in letzter Sekunde mit der Waffe und schickt sich nun an, in den Nahkampf zu gehen. Der Schütze zielt erneut, doch es ist zu spät: Der Gegner war diesmal einfach zu gut. Die Fights sind rasant, taktisch und unfassbar dynamisch.

Nidhogg 2

Die Party kann kommen

Während ihr im Singleplayer-Modus gegen eine durchaus herausfordernde KI antretet, die ihr in zehn unterschiedlichen Arenen antrefft, geht nichts über ein Duell mit Freunden. Denn tiefschwarzer Humor, Situationskomik und dramatische Wendungen entfalten sich erst im Clinch mit einem menschlichen Gegner vollends. Schließlich ist meist nichts unberechenbarer als der Freund auf eurer Couch. Und die Genugtuung, einen ebenbürtigen Spieler besiegt zu haben, ist durch nichts zu ersetzen.

Somit darf der Titel eigentlich auf keiner ernstzunehmenden Gamer-Party fehlen. Und mit einem Turnier-Modus sowie zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten im Mehrspieler-Modus ist auch für Langzeitmotivation gesorgt. Abschließend sorgt ein Ranking-System dafür, dass euch online adäquat starke Spieler zur Verfügung stehen. Wie lange könnt ihr dem Ruf der Gottheit noch widerstehen?

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