Deus Ex: Mankind Divided – Augmentierten-Apartheid

Schiessen, Schleichen, Hacken oder Reden: Wie ihr in der dystopischen Welt von "Deus Ex" vorgeht, bleibt allein euch überlassen.

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Veröffentlicht am 05. Januar 2018 von Ulrich Wimmeroth

Das neue Jahr beginnt gleich mit einem gewaltigen PlayStation Plus-Paukenschlag und liefert euch mit Deus Ex: Mankind Divided ein gewaltiges Triple A Cyberpunk-Abenteuer vom Feinsten. Wenn ihr euch bislang noch nicht mit der dystopischen Welt des Adam Jensen auseinandergesetzt habt, solltet ihr das jetzt unbedingt schleunigst nachholen.

Keine schöne neue Welt

Adam Jensen, der so gar nicht strahlende Held aus Deus Ex: Human Revolution, spielt auch in der Fortsetzung der Cyberpunk-Saga die zentrale Rolle. Die Zukunftsversion der Entwickler von EIDOS Montreal hat sich allerdings seit dem letzten Teil erheblich gewandelt. Nach den sogenannten Aug-Vorfällen herrscht eine mechanische Apartheid und die kybernetisch verbesserten Menschen werden als Bedrohung angesehen, in Ghettos eingesperrt, von einem allgegenwärtigen Polizeistaat auf Schritt und Tritt verfolgt und wer seine Cyber-Verbesserungen nicht freiwillig abgibt, der wird als Mensch 3. Klasse behandelt.

Auftritt Adam: Der hat nun einen Job bei Interpol angetreten und jagt als Agent der Spezialeinheit Task Force 29 nach Terroristen unter den Augmetierten. Aber es wäre nun kein „Deus Ex“-Spiel, wenn die Fronten so eindeutig definiert wären. Ohne zu viel zu verraten, die Illuminati und eine Menschenrechtsorganisation für Augmentierte mit dem Namen The Augmented Rights Coalition, mischen in der spannenden Story kräftig mit und ihr werdet mit massig Lügen und Intrigen konfrontiert.

Spiel doch, wie du willst

Ob ihr nun lieber die zahlreichen Gegner umgehen und euch durch Wartungskanäle schleicht und Türschlösser hackt oder doch lieber mit brachialer Gewalt vorgehen wollt: wie ihr das vorgegebene Missionsziel erreicht, bleibt eurer persönlichen Vorliebe überlassen. Alle Optionen des Vorgehens sind im Verlauf miteinander kombinierbar und beinhalten auch zu späteren Zeitpunkt, wenn die dicken Bossbrocken auf euch warten, keine Vor- oder Nachteile. Das bedeutet: Auch wenn ihr euch komplett durch das Spiel schleicht und die gesammelten Erfahrungspunkte immer in die entsprechenden Verbesserungen investiert, werdet ihr nicht irgendwann völlig unterlegen vor einem waffenstarrenden Endboss stehen.

Warum wir das extra erwähnen? Das Prinzip war im Vorgänger noch nicht so gut ausbalanciert, funktioniert aber jetzt tadellos. Ebenfalls ordentlich überarbeitet wirken die beeinflussbaren Dialoge, bei denen ihr durch eure Frage- oder Antwortoptionen aktiv den Gesprächsverlauf steuern. Wer hier gerne Gespräche gelangweilt wegklickt, nimmt sich eine Menge Freude an der spannenden Story und verpasst möglicherweise die Chance einen Konflikt auch durch die Kunst des Überredens aus der Welt zu schaffen. Je nach dem wie ihr euren Gesprächspartner behandelt, verständnisvoll oder auch von oben herab, unterscheiden sich die Konsequenzen für den weiteren Spielverlauf deutlich.

Reichlich neue Augmentierungen

Jensen, selber ein mit High-Tech vollgestopfter Augmentierter, bietet für jeden Spielstil die passenden Verbesserungen: dank Cloaking-Augmentierung, die Adam für ein paar Sekunden unsichtbar macht und einem sehr nützlichen Röntgenblick schleicht ihr problemlos an gefährlichen Gegneransammlungen vorbei. Ist Stealth mal keine Option und steht ein ganzer Trupp Söldner zusammen, greift ihr zur neuen Tesla-Kanone. Bis zu fünf Gegner können auf einen Schlag markiert und dann mit einem enorm starken Stromschlag unschädlich gemacht werden. Versperren euch Elektrozäune oder Geschütztürme den Weg, werden diese einfach per Distanz-Hacking ausgeschaltet.

Das hat ja bei Batman: Arkham Knight auch schon gut funktioniert. Hilfreich ist auch die Anzeige der Alarmierung von Gegnern. Solange diese nicht in den roten Bereich ausschlägt, könnt ihr euch ganz entspannt und ungehindert fortbewegen. Wenn ihr aber Lust auf ein bisschen mehr Gewalt und Action habt, könnt ihr die Gegner auch frontal angehen. Dazu stehen euch, außer einem ganzen Arsenal an durchschlagskräftigen Schusswaffen, auch die entsprechenden Augmentierungen zur Verfügung. Allen voran die tödliche Nanoklinge, mit der ihr im Nahkampf die Feinde aufspießt oder sie im Fernkampf als explosives Wurfgeschoss einsetzen könnt.

Originell: Bei den Kampfhandlungen wechselt die First-Person-Perspektive zur dritten Person und ihr befindet euch mitten in einem klassischen Deckungsshooter. Das Verstecken hinter Kisten und Wänden, der Sprint zur nächsten Deckung und das Zielen funktioniert dabei intuitiv. Eine echte Alternative zur zeitraubenden Stealth-Vorgehensweise oder einer friedfertigen Diskussionsvariante. Das Augmentierungs-Management erweist sich dabei als clever durchdacht, Fähigkeiten lassen ein- und ausschalten und nahezu beliebig miteinander kombinieren. Hauptsache der angezeigte Energieverbrauch steigt nicht über 100%. Denn dann werden die kybernetischen Verbesserungen leider recht unzuverlässig und versagen auch schon mal den Dienst. Ärgerlich, wenn das dann mitten im Geschehen geschieht.

Fazit

Machen wir es kurz: Eine spannende, mit Verschwörungstheorien vollgepackte, Cyberpunk-Story in einer riesigen High-Tech-Spielwelt mit unzähligen Nebenmission und Geheimnissen, die es zu entdecken gilt. Das alles verpackt in einer optisch beeindruckend Darstellung der düsteren Deus Ex-Zukunft, mit ihrem krassen Kontrast aus futuristischen Prachtbauten und dreckigen Elendsvierteln. Die stark erweiterte Spielmechanik des Vorgängers setzt auf größtmögliche Freiheit und das Erreichen der Missionsziele richtet sich ganz nach eurem individuellen Spielstil.

Weitere Informationen

Deus Ex: Mankind Divided Test – PCGames

Actio und Reactio – 4players

Eine wunderbar interaktive Welt voller Details – Eurogamer

Die Serie erreicht eine neue Ebene – spieletipps.de

Der Agent aus dem Hardwarelabor – Golem

10 Gründe, warum Deus Ex: Mankind Divided das perfekte Action-Rollenspiel wird – PlayStation Blog

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