Die Evolution in der Königsklasse – F1 2017 Special Edition

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich viel getan. Insbesondere beim neuen Karriere-Modus, der das knallharte Rennsport-Geschäft glaubhaft reflektiert

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Veröffentlicht am 05. Oktober 2017 von Stefan Kluger

Auch in diesem Jahr verfügt die Reihe über sämtliche Lizenzen. Nur in diesem Spiel gibt es alle Fahrer, Teams und Kurse, die sich in der höchsten aller Rennklassen befinden. Sogar aktuelle Regeländerungen wie etwa breitere Fahrgestelle oder tiefere Heckflügel wurden berücksichtigt. Anpassungen, die in F1 2017 durchaus spielerische Relevanz besitzen.

Mit F1 2017 Special Edition lockt das aktuelle Angebot der Woche nicht bloß Rennsport-Profis. Denn für nur 44,99 Euro (statt 69,99 Euro, eine Ersparnis von 35 Prozent) lassen sich jetzt auch interessierte Einsteiger diesen Deal im PlayStation Store nicht so schnell entgehen. Das Angebot gilt jedoch nur noch bis 12. Oktober 2017.

Karriere machen

Der zentrale Modus war bereits im vergangenen Jahr sehr gut. Doch dank einiger kleinen, aber feinen Details von Entwickler Codemasters ist die Karriere diesmal sogar noch besser. Nach wie vor erstellt ihr per Editor einen Fahrer oder (erstmals) eine Fahrerin und wählt anschließend ein Team. Dabei habt ihr zwar die freie Wahl, solltet aber beachten, dass ein berühmter Rennstall wie Ferrari oder Mercedes weitaus höhere Erwartungen hat, was Ergebnisse anbelangt.

Sind diese Entscheidungen getroffen, erlebt ihr in der Ego-Perspektive regelmäßig kurze Szenen an Gesprächen wie beispielsweise mit dem Chefmechaniker oder eurer Agentin. Im Gegensatz zu früheren Teilen wechseln die Locations, was Abwechslung und Pacing der Story zu Gute kommt. Doch viel wichtiger sind natürlich die zahlreichen Optionen, die ihr zwischen den Rennen vorfindet. Während einerseits diverse Trainings- und Qualifikationsrunden zu drehen sind, sollte andererseits an einer Strategie für den großen Tag (das nächste Rennen) gefeilt und dabei verschiedene Setups ausprobiert werden – wie etwa Veränderungen an Differential oder der Aerodynamik.

Größte und wichtigste Neuerung findet sich allerdings um Forschungs- und Entwicklungssystem. Jenes ist nun deutlich erweitert und bietet dem geneigten Techniker ein regelrechtes Eldorado. Schließlich stehen diesmal nicht bloß ein paar magere Sektoren zur Verfügung, sondern großzügige 115 Bereiche, die sich in diverse Kategorien gliedern. So forscht ihr gezielt – etwa in puncto Fahrgestell, Motor oder Aerodynamik – und erlebt hautnah mit, was es heißt, liefern zu müssen. Denn wenn es eilt, erlaubt ihr eurer Crew vielleicht schon mal, billigere Teile zu erforschen, die dann aber möglicherweise rasch verschleißen. Oder doch etwas warten und auf teurere, dafür hochwertigere Upgrades setzen?

Das führt zu überraschend verzwickten Aufgaben, die sich im Laufe der Saison noch zuspitzen. Denn natürlich steigt der Druck mit der aufbegehrenden Konkurrenz, die ebenfalls fleißig investiert. Daraus entwickelt sich ein regelrechter Krimi auf und vor allem abseits der Rennstrecke.

Motivierende Herausforderungen

Um in jene Upgrades investieren zu können, erfordert es Punkte. Und diese erringt ihr einmal mehr in äußerst motivierenden Trainingsprogrammen. Dort warten Aufgaben auf euch, die sämtliche Bereiche abdecken. So müsst ihr mal möglichst genau und über einen längeren Zeitraum die Ideallinie halten, mal optimal den Sprit einsetzen, um die maximale Fahrzeit ohne Unterbrechungen auszuloten. Auf Einsteiger-Niveau vielleicht noch vernachlässigbar, kommt diesen Manövern auf höheren Schwierigkeitsstufen enorme Relevanz zu. Denn diese sorgen nicht nur für Tiefe, sondern verhelfen der Formel 1 in Videospielform zu deutlich mehr Authentizität.

Aufgelockert wird das Ganze durch neu integrierte Einladungsrennen. Dort begebt ihr euch ins Cockpit historischer F1-Boliden und versucht, bestimmte Aufgaben zu lösen, wie etwa innerhalb eines knappen Zeitlimits ein bestimmte Anzahl an gegnerischen Fahrzeugen zu überholen. Das sind kleine Challenges für zwischendurch, die gekonnt von der nächsten großen Aufgabe ablenken und dadurch eine willkommene Zerstreuung sind. An solchen Details merkt man den Entwicklern ihre unglaubliche Hingabe besonders an, nicht nur die Formel 1 besonders glaubhaft darzustellen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die Abwechslung im Spiel nicht zu kurz kommt.

Nahezu perfektes Fahrgefühl

Apropos: Neben der herausragend guten Karriere finden sich einzelne Meisterschaften, spezielle Events, Grand Prix, Zeitfahrrennen sowie eine ausgewachsene Online-Multiplayer-Komponente. Doch egal, welche Spielart ihr wählt, das Fahrverhalten kann sich wahrlich sehen lassen und bewegt sich wie gehabt gekonnt zwischen Arcade-Feeling und lupenreiner Simulation. Entscheidet selbst, wie gefahren wird – mit Hilfe (oder abschalten) verschiedener Parameter wie ABS, Traktionskontrollen und sogar einer bequemen Rückspulfunktion. Experimentiert ein wenig, um sämtliche Möglichkeiten auszuloten und den für euch idealen Mix zu finden.

Dabei sorgen einige Anpassungen wie etwa bei der Aerodynamik für ein noch besseres Fahrgefühl, auch die Geschwindigkeit der Boliden kann sich sehen lassen. Die Fahrzeuge liegen angenehm satt auf der Straße und reagieren akkurater als zuvor. Dagegen gestalten sich einige Überholmanöver schwieriger, da die Vehikel jetzt etwas breiter sind. Insbesondere auf der berühmten Stadtstrecke in Monaco führt dies unweigerlich oft zu brenzligen Situationen, die nur geschickte und nervenstarke Fahrer unbeschadet überstehen.

Während die überzeugende Fahrphysik großteils aus dem Vorgänger übernommen wurde, gibt es jetzt noch ein verfeinertes, in Stufen einstellbares Schadensmodell, das nicht nur Spaß macht (schon mal einen Totalschaden provoziert?), sondern die Rennen im Spiel eben noch glaubhafter gestaltet. Somit ist F1 2017 Special Edition die ideale Wahl für all jene, die sich für die Königsklasse des Motorsports auch nur ansatzweise interessieren.

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