Hob: Malerisch, atmosphärisch und voll kniffliger Rätsel

Die Antwort auf die Frage, was entstehen würde, wenn man Journey, Zelda und The Witness in einen Topf kippt und ordentlich umrührt

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Veröffentlicht am 08. Oktober 2017 von Martin Schubert

Das in Seattle ansässige Entwicklerstudio Runic Games hat in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Torchlight-Serie für Aufmerksamkeit gesorgt. Doch scheinbar ist nun fürs erste mit Action-Adventures Schluss, stattdessen bekommt ihr mit Hob einen unspektakulär klingenden Titel im Rätsel-Genre präsentiert, hinter dem allerdings deutlich mehr steckt, als man zunächst erwarten möchte. Dabei stehen insbesondere das Erkunden und das Lösen von kniffligen Aufgaben im Mittelpunkt, aber auch auf so manche Kämpfe und Jump’N Run-Einlagen warten darauf bestritten zu werden.

Ein Hoch auf den Entdeckergeist!

Schon sehr früh im Spiel weckt Hob Erinnerungen an den PlayStation-Titel Jouney. Ein Roboter stemmt eine Kammer auf und ins Licht tritt eine kleine Gestalt im roten Umhang, die zugleich unseren Held oder Heldin in Hob darstellt. Aber nicht etwa der rote Umhang und die sanften Bewegungen unseres Alter-Egos stellen hier die eigentliche Verbindung zum gefeierten Journey dar, insbesondere die Reise, die nun vor euch liegt, erinnert stark an diesen Titel. So gilt es sich durch zahlreiche Areale zu begeben, in denen ihr nicht nur Rätsel lösen und Monster bekämpfen müsst, auch spielt hier das Finden des richtigen Weges mit hinein. Welcher Schritt folgt als nächstes und an welcher Stelle kann die Handlung vorangetrieben werden? Dies sind Fragen die es in aller erster Linie zu beantworten gilt.

Zu gut abgestimmten Zeitpunkten gilt es aber auch mal Innezuhalten. An vielen Orten könnt ihr euren Charakter einfach pausieren lassen und eine kurze Rast einlegen. Dieser setzt sich dann an den Rand einer Klippe, lässt die Beine herunterbaumeln und eine kurze Kamerafahrt später könnt auch ihr eine malerische Szenerie bewundern, die gerade dazu einlädt ein paar Sekunden zu verschnaufen, bevor es dann mit dem nächsten Rätsel weitergeht.

Das Leveldesign kommt in Hob zudem abwechslungsreich und stellenweise mit ziemlich großen Arealen daher, sodass ihr gelegentlich gezwungen seid die Umgebung nach Möglichkeiten des Voranschreitens zu erkunden. Denn im Gegensatz zur heut gängigen Praxis den Spieler an die Hand zu nehmen, seid ihr in Hob auf euch allein gestellt und bekommt keine Wegweiser oder aufblickenden Richtungspfeile zur Seite gestellt. Dies kann zwar stellenweise etwas irritierend sein und Zeit beanspruchen, aber ebenso bietet dies die Möglichkeit viele versteckte Orte zu entdecken, die euch auch so manches Upgrade für Leben und Energie bereitstellen.

Mit der Faust durch die Wand

Direkt zum Spielstart bekommt ihr es mit einem kleinen Schockmoment zu tun. Ihr beginnt die wunderschöne aber auch gefährliche neue Welt zu erkunden und stoßt dabei auf eine merkwürdige Wucherung, die euch angreift und euren Arm infiziert. Der Roboter, der euch aus eurer Kammer befreit hat, schlägt daraufhin den Arm eures Charakters ab. Als dieser wieder erwacht, steckt an seiner linken Schulter nun der Arm des Roboters, welcher essentiell für den Spielverlauf sein wird. Durch diesen bekommt ihr nämlich die Möglichkeit in bisher unerreichbare Areale zu gelangen und im Spielverlauf gesellen sich hier noch so einige Fähigkeiten hinzu.

Mit eurem neuen Arm könnt ihr fortan bestimmte Schalter betätigen, Blöcke verrücken und sogar ein Loch in Wände und in bestimmte Bodenbereiche schlagen. Selbst für den Kampf ist dieser Arm nützlich, insbesondere wenn es gegen gepanzerte Gegner in den Kampf zu ziehen gilt. Gegen euer Schwert sind diese immun, aber mit einer aufgeladenen Attacke eures Arms könnt ihr die Panzerung zerspringen lassen und daraufhin den Gegner ordentlich zu Leibe rücken.

Eindrucksvoll sind in Hob zudem auch die abwechslungsreichen Spielerfahrungen. Neben der primären Betrachtung des Geschehens von einer isometrisch platzierten Kamera aus, kommt es gelegentlich auch zu alternativen Varianten dieser, wie einer Side-Scrolling- und einer Third-Person-Perspektive. Auch inhaltlich versteht Runic Games für Abwechslung zu sorgen. Neben den zahlreichen Fähigkeiten, die im Spielverlauf erlernt werden, gibt es vieles zu entdecken, wozu auch ein roboter-artiges Gefährt zählt. Mit diesem könnt ihr Bodenschalter betätigen, aber auch an bisher unerreichbare Plattformen gelangen.

Schlussendlich ist es immer wieder interessant, wie hochkarätig auch kleinere Indie-Spiele ausfallen können, und Hob fällt ohne Frage in diese Kategorie. Der wunderschöne Cellshading-Look, die angenehmen Rätsel und die stimmige Welt sind gewiss einen näheren Blick wert, insbesondere wenn man auf Abenteuer und freies Erkunden steht und keine Abneigung gegen Rätsel und Jump’N Run-Einlagen hat. Hob ist ab sofort im PlayStation Store für 19,99 Euro erhältlich.

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