In den Fußspuren der Geschichte – Das Chernobyl VR Project

Wie virtuelle Realität uns eine der größten Tragödien der modernen Zeit näher bringt

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Veröffentlicht am 09. Oktober 2017 von Daniel Meyer

Seit nun einigen Jahren hält der Hype um die virtuelle Realität an und Experten sind sich einig, dass diese Technologie zu den wichtigsten Errungenschaften der digitalen Welt gehört und uns noch lange prägen wird. Sei es in Videospielen, in der Wirtschaft oder in der Schule – VR birgt immenses Potential und geht weit über die zumeist präsentierten Jump Scare-Horrorspiele und Shooter hinaus. Ein Beispiel wie dies umgesetzt werden kann, zeigt uns das Entwicklerstudio The Farm 51 mit ihrem neuen Titel Chernobyl VR Project auf, welchen ihr ab sofort im PlayStation Store zum Preis von nur 9,99 Euro für eure PlayStation VR erwerben könnt.

Spielerisch die Vergangenheit erkunden

Im Gegensatz zum Großteil der erhältlichen PlayStation VR-Titel geht Chernobyl VR Project einen etwas anderen Weg. Dabei setzt der Titel nicht darauf ein Spielziel zu erreichen, stattdessen könnt ihr hier in eine der schlimmsten Katastrophen der Moderne eintauchen: Das Reaktorunglück von Tschernobyl. Am 26. April 1986 kam es hier zur katastrophalen Überhitzung des 4. Blocks im Reaktor und eine Kernschmelze war die Folge aufgrund menschlichen Versagens. Das Resultat: Die Anlage und das gesamte Umland wurden radioaktiv verseucht und auch 30 Jahre später ist die Stadt Pripyat noch immer verlassen, da auch heute noch Radioaktivität zu messen ist.

Die Art der Inszenierung von Chernobyl VR Project geschieht dabei auf spielerische Weise. Neben dem interaktiven Begehen verschiedener Standorte der Region, bekommt ihr es hier auch mit Helikopterrundflügen und Experten zu tun, die euch auf eurem Weg über das Gelände begleiten. Diese beiden Varianten der Präsentation wurden mit 360°-Kameras durchgeführt, sodass ihr euch hier an einer fixen Stelle befindet. Auf diese Weise wird euch keine künstliche Welt sondern die Realität, gezeigt. Ihr werdet direkt zum Ort des Geschehens gebracht und könnt die Umwelt betrachten und den Tour-Führern bei ihren Erläuterungen lauschen.

In den Hauptarealen könnt ihr euch aber auch in Form einer Teleport-Mechanik frei bewegen. Zielt auf eine bestimmte Stelle im Raum und ihr springt sofort an diese Position. Auf diese Weise lassen sich unter anderen die Wohnungen der Bevölkerung, das Krankenhaus der Region und natürlich auch das Kontrollzentrum des Kraftwerks begehen. In diesen Räumlichkeiten lassen sich zudem unterschiedliche Objekte vorfinden, mit denen ihr interagieren könnt. Dies geschieht in der Regel durch ein Anklicken mit eurem Motion-Controller, woraufhin euch nähere Informationen zur Verfügung gestellt werden. So erfahrt ihr unter anderen wie die Menschen damals gelebt haben und vor allem auch die detaillierten Einzelheiten, wie es zu dieser historischen Katastrophe überhaupt kommen konnte.

Eine einzigartige und lehrreiche Erfahrung

Mit Chernobyl VR Project zeigt das Studio The Farm 51 eindrucksvoll, auf welche Art und Weise sich die VR-Technologie noch nutzen lassen kann. Dabei setzt das Studio neue Maßstäbe und zeigt auf, wie großartig sich PlayStation VR auch im Rahmen von Dokumentationen Anwendung findet, und wie könnte dies besser genutzt werden als im Rahmen einer der größten Unglücke unserer Zeit? Bleibt nur abzuwarten in wie fern die VR-Technologie auch zukünftig im Bereich Eductional Content Anwendung findet – wünschenswert wäre es!

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