inFAMOUS Second Son – Neonfarbenes Superhelden-Spektakel

Ein bisschen X-Men, eine ordentliche Portion Humor und ganz Seattle als Spielwiese für eure Superheldenkräfte.

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Veröffentlicht am 08. September 2017 von Ulrich Wimmeroth

Ein hipper Graffitikünstler wird unfreiwillig zum Superhelden und tritt in einer riesigen offenen Welt gegen ein faschistisches Regime an: Das ist doch mal eine fantastische Ausgangslage, um sich so richtig auf der PS4 auszutoben und mit Reihe innovativer Heldenkräften mal kräftig unter den Fieslingen aufzuräumen. Dass die Story-Steilvorlage auch actionreich und spielspaßtechnisch genial umgesetzt wird, dafür sorgt das Entwicklerstudio Sucker Punch. Die Spieleschmiede aus Bellevue, im Staat Washington hat bereits mit den beiden Serienvorgänger, die ihr übrigens als Collection für die PS3 bekommen könnt, schon bewiesen, dass sie satte Action und cleveres Spieldesign ganz locker zu einem Erfolgstitel verbinden können. Für den dritten Teil, InFAMOUS Second Son, erscheint mit Delsin Rowe ein nagelneuen Protagonisten auf der Bildfläche, der seine neugewonnen Superkräfte erst einmal verstehen und beherrschen lernen muss. Als Spielwiese für den Open-World-Actioner wählten die Entwickler übrigens Seattle. Nicht weiter verwunderlich, liegt die Stadt mit der ikonischen Space Needle doch in unmittelbarer Nähe zu den Studios. Für PlayStation Plus-Abonnenten ist das Spiel in diesem Monat kostenlos, also ran an den Download-Button. Und während das Spiel lädt, haben wir noch ein paar Informationen zu dem neonfarbenen Superhelden-Spektakel für euch.

inFAMOUS Second Son

Superheld wider Willen

Eigentlich sollte es für Delsin Rowe nur ein ganz normaler Tag werden: Plakatwände mit Graffitikunst besprühen, ein paar Runden skaten, was man eben als Jugendlicher so macht. Sein Tagesablauf und sein ganzes weiteres Leben gerät aus den Fugen, als er von dem örtlichen Sheriff bei der Verschönerung von fremden Eigentum erwischt wird. Besonders kompliziert wird die Sache, weil es sich bei dem eifrigen Gesetzeshüter ausgerechnet um Delsins Bruder Reggie handelt. Während die beiden noch heftig über die unterschiedlichen Auffassungen von Gut und Böse diskutieren, verunglückt in der Nähe ein Gefangenentransporter. Die Jungs eilen zur Hilfe und als Delsin einen der Insassen berührt, beginnt eine wilde Abenteuergeschichte, die klar erkennbar von der Mutanten-Thematik der X-Men inspiriert wurde.

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Gute Helden, schlechte Helden

Wenn ihr die beiden Vorgänger nicht gespielt habt (was ihr nachholen solltet), ein paar Hintergründe. Auf der Welt gibt es Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die Conduits genannt werden. Und wie das eben so mit Menschen ist, nutzen einige davon die Superkräfte für den eigenen Vorteil und gehen mit Gewalt gegen Normalos vor. Zum Schutz installiert die Regierung das Department of Unified Protection (D.U.P.), die mit schwerer Bewaffnung und wenig Skrupel gegen alle Conduits vorgeht, egal ob diese gute oder schlechte Absichten haben. Pikanterweise wird die militärische Organisation selber von einer Conduit geleitet, der Antagonisten Augustine. Eine Gegenspielern, so fies und korrupt, wie man es sich in einem Actionspiel nur wünschen kann, was Desin und seine Familie am eigenen Leib verspüren muss. Lange Rede, kurzer Sinn, Delsin erkennt mit Schrecken nach der Berührung eines Conduits, der in dem verunglückten Transporter gefangen war, dass er selber über Superheldenfähigkeiten verfügt und zwar dergestalt, dass er schlichtweg die Kräfte anderer absorbieren und dann munter anwenden kann.

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Schlachtfeld Seattle

Mit der Erkenntnis ein Conduit zu sein, geht es dann auf nach Seattle, um Augustine und dem faschistischen Treiben der D.U.P. ein Ende zu setzen. Dazu stehen euch eine ganze Reihe an Kräften zur Verfügung, die ihr im Verlauf des Spiels erwerbt und jederzeit im Spiel wechseln könnt. Vorausgesetzt ihr findet eine Energiequelle, beispielsweise ein rauchender Kamin, um euch Qualmkräfte zu leihen oder Neonreklameschilder für brachiale Neonkräfte. Je nach gewählter Fähigkeit, könnt ihr dann Häuserwände hochlaufen, euch in Rauchform unbemerkt bewegen und allerlei unterschiedliche Angriffe starten. Ein bisschen Taktik ist schon gefordert bei der Auswahl, grundsätzlich lassen sich die Schergen des Regimes aber mit jeder Superheldenkraft ordentlich dezimieren. Ansonsten beschäftigt ihr euch bis zum grandios inszenierten und auch überraschend verlaufenden Endkampf mit dem Zerstören von Wachtürmen, vernichten von Stoßtrupps und dem Freischalten neuer Bezirke in der riesigen offenen Spielwelt. Lust auf eine Zerstörungsorgie? Dann legt einfach los!

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Schwere Entscheidungen

Aufgelockert wird der stete Kampf gegen die meist gesichtslosen Soldaten durch zahlreiche Missionen, in denen immer wieder eure moralische Einstellung in Frage gestellt wird. In einem Karmasystem werden je nach eurer Entscheidung Punkte verteilt und klar unterschieden, ob ihr euch wie ein verantwortungsvoller Erwachsener verhaltet oder mit den Kräften Unheil anstellt und keine Rücksicht auf eure Conduit-Leidensgenossen und die Zivilbevölkerung nehmt. Wenn das Punktekonto auf der hellen Seite bleibt, erhaltet ihr zusätzliche Engelfähigkeiten und das Vertrauen der Passanten. Wer lieber den bösen Buben gibt, erntet keine Liebe aber dafür eine teuflische Kraft. Wer alle möglichen Varianten des Spiels kennen lernen will, muss schon zwei Durchgänge einplanen, denn die Handlung orientiert sich an eurer Moralvorstellung und verzweigt sich häufig. Das führt dann mehr als nur einmal zu ein paar deftigen Story-Überraschungen.

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