Injustice 2 – Welt der Helden und Schurken

Lust auf ein brachiales Duell zwischen Batman und Superman? Hier ist es möglich!

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Veröffentlicht am 14. September 2017 von Stefan Kluger

Während im Kino seit einiger Zeit (und in Comics noch viel länger) diverse Abenteuer aus dem reichen Fundus des DC-Universums zum Besten gegeben werden, brachte erst der Vorgänger Injustice ein adäquates Pendant in die Welt der Videospiele. Und mit dem zweiten Teil der Saga, Injustice 2, legt Entwickler Netherrealms Studios noch eine gehörige Schippe drauf. Niemals zuvor sahen die Kämpfe zwischen Superhelden so gut aus wie hier. Ein audiovisuelles Prunkstück, das auch spielerisch zu überzeugen vermag. Dabei wurden die Stärken des Prequels konsequent ausgebaut, um die definitive Huldigung zu liefern.

Da überrascht es kaum, dass Injustice 2 jetzt zum Angebot der Woche auserkoren wurde. Und mit der Standard Edition um 34,99 Euro (statt 69,99 Euro, ein Rabatt von 50 Prozent) sowie der fetten Ultimate Edition um 49,99 Euro (statt 109,99 Euro, eine Ersparnis von 54 Prozent) habt ihr dann sogar gleich zwei Optionen.

Injustice 2 DC Angebot der Woche PS4 PlayStation 4

Große Leidenschaft

Während unter den vielen spielbaren Charakteren selbstverständlich die bekanntesten Superhelden (Batman, Superman, Wonder Woman etc.) vertreten sind, gibt es auch die eine oder andere Überraschung zu bestaunen. Denn mit Typen wie Black Canary oder Captain Cold sind echte Geheimtipps am Start. Dabei müsst ihr gar nicht unbedingt ein DC-Fan sein, um dieses Edel-Beat’em Up genießen zu können. Schließlich merkt man den Entwicklern nicht nur ihre Erfahrung an (Mortal Kombat X), sondern auch die Hingabe, mit der sie an der Arbeit waren. Sämtliche Helden sind liebevoll gestaltet und strotzen nur so vor Details. Und die Gesichtsanimationen der Protagonisten gehören zum Besten, was derzeit auf Konsole zu finden ist.

Die Präsentation transportiert die immense Wucht der Zweikämpfe hervorragend, wobei die Kulisse ringsum regelmäßig ächzt und bebt. Dabei können einmal mehr Elemente aus der Umgebung als Waffe oder sonstige Unterstützung genutzt werden; im Verlauf des Fights bricht schließlich die Arena vollends zusammen. Eine regelrechte filmische Aura umgibt den Titel, der in der Einzelspieler-Kampagne diesbezüglich sogar noch einen Gang hinauf schaltet. Schön auch, dass es nach Zwischensequenzen ohne Ladepausen direkt in die Kämpfe geht. Da sollte sich die Konkurrenz einiges abschauen! Und mit rund sechs Stunden verfügt der Storymodus zudem über eine ordentliche Länge, der die abgefahrene Geschichte gekonnt in kleinen Häppchen zwischen den Kämpfen verpackt. Doch das ist noch lange nicht alles.

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Vielfältige Aufgaben

Zu Beginn überwiegt in Injustice 2 einmal die Freude, bislang undenkbare Duelle auszutragen. Schließlich protzt Injustice 2 mit einer Menge an Helden, die normalerweise nur wenig bis gar nichts miteinander zu schaffen haben. Ist der erste Hunger an skurrilen Matches gestillt, schaut am besten gleich in den Multiverse-Modus. Jener hat für Einzelspieler einiges zu bieten: Auf einer Übersichtskarte bekommt ihr zufällige, teils zeitlich begrenzte Aufgaben zugeteilt, die theoretisch über unendlichen Nachschub verfügen. Dabei sorgen pfiffige Ideen für abwechslungsreiche Stunden für Solisten. Und wer das Genre ein wenig kennt, weiß, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Während die dadurch ausgelöste Dynamik die so wichtige Vielfalt fördert, steigt ihr mit den Ikonen Stufe um Stufe auf. Außerdem erhaltet ihr neue Gadgets und Kleidungsstücke, die in errungenen Loot-Boxen zufallsgeneriert erscheinen. Dabei wirken sich deren Verwendung nicht bloß ästhetisch, sondern auch spielerisch auf eure Kämpfer aus. Ein feines Feature, das nicht nur Comic-Enthusiasten die Freudentränen ins Gesicht zaubern wird.

Trotz allem Prunk und zahlreicher Optionen ist jedoch auch hier jemand der unangefochtene Star: der Multiplayer-Modus. Schließlich gibt es kaum etwas Schöneres, als Freunde stilsicher zu verprügeln – sei es nun auf der Couch oder online. Und beide Varianten bleiben stets fair – trotz oben erwähnter Upgrades für die Helden. Denn vom Host kann ein Basislevel bestimmt werden, der dann für sämtliche Teilnehmer gilt.

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Erstaunlicher Tiefgang

Im Vergleich zum Vorgänger wurden nicht nur bekannte Stärken ausgebaut, sondern auch die wenigen Schwächen korrigiert. So sind die Kämpfe nun schneller und abwechslungsreicher als zuvor, während ein verfeinertes Combo-System atemberaubende Move-Verkettungen ermöglicht. Dagegen sorgen die Meter Burns für eine gehörige Portion Taktik. Eine Anzeige, die bestimmt, wie viel Energie für Specials verfügbar ist. Während diese Energie durch jeden eingesteckten Treffer etwas schneller wächst, gilt es stets abzuwägen, wann und wofür dieser Joker zum Einsatz kommt. Denn neben zahlreichen Supermoves lassen sich damit auch besonders schwere Angriffe blocken.

Die strategische Einbindung der Umgebung, Move-Stafetten, Supermoves, Positionswechsel und individuelle Fähigkeiten: Selten zuvor gab es in einem Prügelspiel so viele Optionen wie hier. Da ist es umso erstaunlicher, dass Injustice 2 trotzdem einsteigerfreundlich bleibt. Der Spagat zwischen Anspruch und zugänglicher Unterhaltung ist den Machern eben vorbildlich gelungen, was Einsteigern wie Veteranen gleichermaßen zugute kommt.