Kampf gegen den Terror – Mit Tom Clancy’s Rainbow Six Siege

Dieser Taktik-Shooter Rainbow Six Siege besitzt Anspruch und spielt sich am besten mit einem Team, das auch in heiklen Situationen zusammenhält

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Veröffentlicht am 16. November 2017 von Stefan Kluger

Gemeinsam mit euren Verbündeten präpariert ihr den Raum. Sämtliche Eingänge werden mit Holz und Stacheldraht unzugänglich gemacht. Die Wände erhalten Panzerplatten, während sich einer eurer Kollegen bereits hinter seinem riesigen Schutzschild in Position bringt. Schnell noch diverse Stolperfallen strategisch auf dem Boden verteilt – und fertig ist das provisorische Safe House. Warum der ganze Aufwand? Weil das andere Team in Rainbow Six Siege unbedingt etwas haben möchte, was ihr bewacht: die Bombe.

Durch zahlreiche verschiedenen Heldenklassen sind die Duelle jedes Mal anders. Zudem bieten die unterschiedlichen Maps viel Abwechslung und stets eine besondere Herausforderung für beide Seiten. Es ist gewissermaßen ein modernes Räuber-und-Gendarm-Spiel – nur eben mit denkbar durchschlagskräftigen Waffen und sonstigen Werkzeugen, die zum Experimentieren einladen. Dabei entwickelt sich eine spannungsgeladene Atmosphäre, die sich mit fortschreitender Dauer der Matches dramatisch zuspitzt.

Tom Clancy’s Rainbow Six Siege ist ein wahres Mehrspieler-Eldorado. Und dank dem Angebot der Woche spart ihr jetzt 50 Prozent auf den Normalpreis (19,99 statt 39,99 Euro) oder sogar satte 55 Prozent, falls ihr über eine PS-Plus-Mitgliedschaft verfügt (17,99 Euro). Aber schaut am besten gleich in den PlayStation Store, denn der Deal endet bereits am 23. November 2017 um 00:59 Uhr (MEZ).

Behaltet die Nerven

Die elf Missionen im Singleplayer dienen als Vorbereitung für die Multiplayer-Partien, die euch naturgemäß länger beschäftigen werden. Säubert ein Gebäude von Terroristen, befreit eine Geisel, entschärft Bomben und Minen – allein oder zusammen (dank Koop-Modus) erlernt ihr all jene Situationen, die im PvP auf euch zukommen – abgesehen von den menschlichen Widersachern, versteht sich. Das spielt sich schön flott und dauert ein paar Stunden; danach seid ihr fit für die wahre Action und blickt nicht mehr zurück.

Denn wenn ihr erst einmal mit dem kompetitiven Mehrspieler-Modus begonnen habt, wollt ihr so schnell nicht wieder damit aufhören. Schließlich ist jener ohne Zweifel das Herzstück des Taktik-Shooters und sorgt mit seinen vielfältigen Herausforderungen und dem gelungenen Balancing für zahlreiche packende Zockerabende. Nur wer die Übersicht und nicht zuletzt seine Nerven behält, hat später im unvermeidlichen Getümmel eine realistische Überlebenschance. Wenn neben euch Verbündete ins Gras beißen und das Chaos ausbricht, weil ihr möglicherweise gerade in die Falle getappt seid, kann ein kühler Kopf (und ein gutes Auge) den Unterschied ausmachen. Dabei sind sämtliche Umgebungen nahezu komplett zerstörbar. Somit ist es kaum verwunderlich, dass ringsum wieder mal ein wahres Inferno herrscht.

Kämpft taktisch

Die Gefechte in Rainbow Six Siege fühlen sich großartig an. Das liegt vor allem daran, dass die Steuerung tadellos ist. Und die Soundeffekte klingen schön satt. Zudem verfügt jeder Schuss über eine überzeugende Wucht, während sich alle Waffen spürbar voneinander unterscheiden. Doch zunächst herrscht meist Stille. Denn bevor es zur unausweichlichen Konfrontation zwischen den beiden Teams kommt, gibt es die Phase des Ausspähens und des Vorbereitens. Und gerade jene stillen und heimlichen Momente sind es, die die Atmosphäre in ungeahnte Höhen schnellen lassen. Weil jedem der Beteiligten klar ist, wie schnell die Situation eskalieren kann. Deshalb sollten umgehend die wichtigsten taktischen Manöver vorbereitet werden.Schließlich bleibt im Eifer des Gefechts kaum dafür Zeit.

Interessant auch, dass der Taktik-Shooter nach wie vor ein echter Dauerbrenner ist, obwohl es nur zwei (recht ähnliche) Varianten gibt: Geiseln retten oder Bomben entschärfen. Das klingt nicht gerade nach viel. Doch der Anspruch liegt in der eigentlichen Spielmechanik, die eine nicht zu unterschätzende Komplexität aufweist. So sollten Anfänger ein wenig Geduld und Ausdauer mitbringen, bevor sie letztendlich alle Finessen des Spiels verinnerlichen können. Doch genau diese Vielfältigkeit ist es, die den Titel erst so reizvoll macht und immer wieder zu einer Runde (mehr) einlädt.

Kommuniziert miteinander

Der Lerneffekt stellt sich in Siege ganz von allein ein. Naja, jedenfalls dann, wenn ihr aus euren Fehlern lernt. Doch zunächst müsst ihr einiges einstecken, ohne viel dagegen auszurichten. Sobald ihr jedoch etwas Übung habt und nicht zuletzt die elf Karten wie eure eigene Westentasche kennt, wird sich das Blatt wenden. Übrigens spielen sich die verschiedenen Areale erstaunlich unterschiedlich und stellen ganz spezielle Anforderungen an euer taktisches Geschick. Das trifft auf den Hamburger Hafen genauso zu wie die Bank, die jeweils ganz andere Schwerpunkte und Hürden in den Levelaufbau stecken. Deshalb ist es umso wichtiger, tatsächlich alle Gebiete zu kennen; ansonsten tretet ihr mit Handicap an – ob ihr wollt oder nicht.

Ebenso wertvoll ist allerdings noch etwas ganz anderes: Kommunikation. Denn wer es verabsäumt, sich mit seinen Kollegen abzusprechen (ein Headset ist hier überlebenswichtig), geht in der Regel gnadenlos unter. Dieses Manko lässt sich meist nicht einmal dann ausgleichen, wenn jemand herausragend gut spielt. Schließlich handelt es sich hier um einen klassischen Fall von Teamwork. Habt ihr jedoch die passende Mannschaft gefunden, erlebt ihr dank engem Zusammenhalt und konsequent durchgeführter Strategie ein Shooter-Erlebnis der Extraklasse.

Falls ihr also ein Teamplayer seid und euch für taktisch anspruchsvolle Gefechte interessiert, kommt ihr an Tom Clancy’s Rainbow Six Siege folglich nur schwer vorbei. Zugriff!