Oddworld: New ’n‘ Tasty – Remake wertet Klassiker auf

Die Neuinterpretation überzeugt mit komplett neuer Optik und einer verbesserten Spielmechanik

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Veröffentlicht am 06. August 2017 von Stefan Kluger

Erinnert ihr euch noch an jene furzenden Aliens, die im Jahr 1997 die erste PlayStation unsicher machten? Dabei bot Oddworld: Abe’s Oddysee neben abgedrehten Charakteren auch noch waghalsige Sprungpassagen sowie eine fein durchdachte Level-Architektur, die im Remake natürlich ebenfalls vorhanden sind. Daneben lockt ein umfassend neuer Look sowie eine optimierte Steuerung selbst Serien-Veteranen wieder an den Controller. Und mit Entwickler Just Add Water arbeiteten Leute an dem Projekt, die etwas von ihrem Handwerk verstehen (und bereits unter anderem Oddworld: Stranger’s Wrath in HD kleideten).

Oddworld: New ‘n’ Tasty, das dank Crossbuy auf PS4, PS3 und PS Vita spielbar ist, gibt es jetzt im PlayStation Store besonders günstig. Denn für nur 4,99 Euro (statt 19,99 Euro, ein Rabatt von 75 Prozent) gehört dieses kleine Juwel schon euch. Zusätzlich könnt ihr euch ein kostenloses dynamisches PS4-Design sichern.

Oddworld: New 'n' Tasty

Ihr steht auf der Karte

Wie gehabt übernehmt ihr die Rolle des Mudokaners Abe, der als Reinigungskraft in der Fleischfabrik Rupture Farms sein Dasein fristet. Weil dem Metzgerladen jedoch langsam aber sicher das Wild ausgeht, sollen demnächst einfach die Mudokaner zu mundgerechten Häppchen verarbeitet werden. Glücklicherweise erfährt unser kleiner Held rechtzeitig von dem fiesen Plan – und türmt.. Seine Flucht führt ihn an zahlreiche Schauplätze auf dem Planeten Oddworld. Dort rennt, hüpft und rätselt er um sein Leben, wobei sich die Levels stets von links nach rechts entwickeln.

Da unser Protagonist über keine Waffen verfügt und sich nicht wehren kann, muss jeglicher Kontakt mit dem Feind tunlichst vermieden werden. So schleicht ihr euch behutsam an schlafenden Wachen vorbei, nutzt Dampfwolken als Tarnung oder setzt Gegenstände in den Abschnitten ein, um Gegner in Fallen zu locken. Und manchmal steht es Abe sogar frei, mit Hilfe von Gedankensteuerung feindliche Einheiten kurzfristig zu übernehmen.

Aber macht es euch lieber nicht zu gemütlich. Schließlich warten nicht bloß rabiate Slig-Soldaten, verschlagene Vierbeiner und grässliche Monster auf euch. Noch viele andere Gefahren drohen auf dem Weg in die Freiheit: Gähnende Abgründe, barbarische Fleischwölfe, herab stürzende Felsen – dieses Abenteuer macht es euch wahrlich nicht einfach.

Oddworld: New 'n' Tasty

Nur noch ein Versuch

Doch genau das ist es, was Oddworld: New ‘n’ Tasty so reizvoll macht. Die gelungene Mischung aus Platformer und Rätselspiel fordert Geschicklichkeit und eure kleinen grauen Zellen gleichermaßen. Wie komme ich auf diese Ebene? In welcher Reihenfolge aktiviere ich jene Schalter? Wozu ist das Portal gut? Oftmals hilft nur Ausprobieren, wobei nicht selten mehrere Lösungswege angeboten werden. Die Sprungeinlagen erfordern dagegen gutes Timing und bei der ein oder anderen Stelle eine ordentliche Portion Geduld. Dabei fühlt sich das (überarbeitete) Gameplay stets intuitiv und fair an; wenn ihr scheitert, liegt es gewiss nicht am Spiel.

Um auch ungeübten Spielern nicht nur ein spannendes, sondern auch ein spaßiges Abenteuer zu bieten, gibt es neben einer besseren Steuerung diesmal drei verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie fair verteilte Checkpoints innerhalb der Levels. Praktisch: Aufgrund des Trial-and-Error-Spielprinzips ist es besonders löblich, dass nun per Touchpad eine Quick-Save/Quick-Load-Funktion vorhanden ist. Somit lassen sich mit etwas Hartnäckigkeit auch die härtesten Passagen meistern, ohne Leerlauf erdulden zu müssen.

Oddworld: New 'n' Tasty

Furzen und Staunen

Wer damals das Original spielte, erinnert sich sicher noch an das geniale Gamespeak-Feature. Und auch hier erteilt ihr anderen Artgenossen einfache Kommandos wie “Folgen” oder “Stehenbleiben”. Das ist aber noch lange nicht alles. Mit Pfiff- und diversen Furzgeräuschen ahmt ihr seltsame Geräusche nach, um Türen zu öffnen oder Plattformen zu bewegen. Dabei belohnt euch das Spiel mit einer alternativen Endsequenz, falls ihr auf eurer Flucht genügend andere Arbeiter befreit.

Verabschieden dürft ihr euch hingegen von der statischen Pixelkunst der Urversion. Denn das Remake entzückt mit detailverliebten, plastischen 3D-Schauplätzen, die den Titel in neuem Glanz erstrahlen lasse. Ebenso ließen sich die Entwickler in den Bereichen Animationen, Cut-Scenes und Sound nicht lumpen, die sie allesamt neu gestalteten.

Oddworld: New ‘n’ Tasty ist ein durch und durch gelungenes Remake, das ein ohnehin schon grandioses Spiel noch besser macht. Nicht zu vergessen der Charakter Abe, der in Sachen Skurrilität und Charme bis heute nichts eingebüßt hat.

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