Pillars of Eternity: Complete Edition – Die guten alten Rollenspiel-Zeiten

Obsidian Entertainment lässt klassische RPG-Tugenden wieder aufleben

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Veröffentlicht am 26. September 2017 von Lukas Urban

Auf den ersten Blick scheint Obsidian Entertainments Pillars of Eternity: Complete Edition aus einer anderen Zeit zu stammen. Die isometrische Perspektive und das Gameplay des Titels ähneln jenen klassischen Rollenspielen, die um die Jahrtausendwende erschienen. Riskiert man allerdings einen zweiten Blick, fallen die detailliertere Grafik und viele Komfort-Funktionen ins Auge, die das Spielprinzip würdig in die moderne Zeit bringen. Und genau das wünschten sich die knapp 74.000 Fans, als sie Pillars of Eternity im Jahr 2012 mit einer Kickstarter-Kampagne finanzierten. Rund vier Millionen Dollar kamen zusammen.

Pillars of Eternity ist jetzt als Complete Edition im PlayStation Store erhältlich. Das Komplettpaket enthäklt das Grundspiel sowie die Erweiterungen The White March Teil I & II.

Pillars of Eternity: Complete Edition

Zurück zu den Wurzeln

Jeder Aspekt von Pillars of Eternity erinnert an die Rollenspiele der späten 90er und frühen 2000er Jahre, die von den legendären Spieleschmieden BioWare und Black Isle Studios erschaffen wurden. Fans von Icewind Dale und Baldur’s Gate werden sich sofort heimisch fühlen. Die Rollenspiel-Experten von Obsidian, unter anderem verantwortlich für Fallout: New Vegas und South Park: Der Stab der Wahrheit, haben mit viel Liebe zum Detail das alte Spielgefühl zurück geholt. Das beginnt schon bei der eigens geschaffenen Spielwelt, die durch zahlreiche tiefgreifende Gespräche mit Wanderern, Dorfbewohnern und Abenteurern zum Leben erweckt wird. Euch stehen stets viele verschiedene Dialogoptionen offen, um tatsächlich so zu handeln, wie ihr es wollt.

Doch damit ist es mit der Personalisierung eures Charakters nicht getan. Zum Spielbeginn wählt ihr euer Volk (Mensch, Aumaua, Zwerg, Elf, Orlaner oder Gottähnlicher), das jeweils zwei bis vier Untervölker besitzt. Diese Untervölker beeinflussen das Aussehen und einige Charakterwerte. Zusätzlich dürft ihr aus einer großen Bandbreite an Klassen selektieren, die für jeden etwas bereithält. Von Barbar über Zauberer bis hin zu Schurke und Paladin ist alles dabei, was das Rollenspielherz begehrt. All diese Entscheidungen beeinflussen eure Charakterwerte und damit das Gameplay.

Pillars of Eternity: Complete Edition

Gemächliche Scharmützel

Ihr habt euren Charakter, eine Gruppe Mitreisender verschiedener Völker und Kulturen zusammen getrommelt und wollt euch ins Kampfgeschehen stürzen? Nicht so schnell! Unbedachtes Vorgehen kann schnell zum virtuellen Tod führen. Statt wie in Diablo 3 blindlings in die Gegnerhorden zu rennen, müsst ihr schon bei kleinen Gruppen schwacher Gegner (etwa Wölfen) mit Bedacht vorgehen. Die Pause-Funktion ist zwingend nötig, um in Ruhe taktische Entscheidungen zu treffen. Das ist auch bitter nötig, denn die Koordination einer mehrköpfigen Truppe ist ein ganzes Stück Arbeit.

Ihr müsst mit Grips vorgehen, heilen und darauf achten, dass sich keine Verbündeten im Wirkungsbereich des nächsten Flammenzaubers befinden. Jeder Charakter verfügt über eine eigene Persönlichkeit und eine charakteristische Reihe an Fähigkeiten, die aber nie überfordernd werden. Die Entwickler haben eine angenehme Schwierigkeitskurve geschaffen, die für Genreneulinge den Einstieg so angenehm wie möglich gestaltet, ohne „alte Hasen“ vor den Kopf zu stoßen.

Pillars of Eternity: Complete Edition

Das Komplettpaket

Pillars of Eternity: Complete Edition enthält neben dem sehr umfangreichen Hauptspiel auch die zweiteilige Erweiterung The White March. In der Hauptstory liegt der Fokus auf der Fähigkeit eures Charakters, in die Seelen anderer Wesen zu blicken und ihre Vergangenheit zu lesen. Die Erweiterung schickt euch in die Weißmark, wo ihr vor verschneiter Kulisse gegen Schneetrolle, Felsoger, Eiswesen und die Geister verstorbener Zwerge antretet. Euch erwarten weit über 100 Stunden beste Rollenspiel-Unterhaltung!