Rettet die Menschheit – in The Solus Project seid ihr allein die letzte Hoffnung

Ein Survival-Abenteuer, das Überlebenskunst und Forscherdrang an oberste Stelle setzt.

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Veröffentlicht am 27. September 2017 von Stefan Kluger

Endlich mal einer sinnvollen Arbeit nachgehen! Das dachte sich wohl auch der Protagonist von The Solus Project, für das sich PS Plus-Mitglieder bis zum 02. Oktober 2017 20% Rabatt sichern können. Deshalb heuert jener bei eben diesem Projekt an, wo er sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause für die Menschheit macht. Denn die Zerstörung der Erde hat unsere Spezies heimatlos gemacht und zwingt sie, als Nomaden durch den Weltraum zu ziehen.

Während lange Zeit kaum Hoffnung auf einen neuen Lebensraum bestand, gibt es aktuell Anlass für zumindest gebremste Euphorie. Schließlich gilt Planet Gliese 6143-C als vielversprechend, um günstige Bedingungen vorzufinden. Und natürlich muss unser Held – ihr habt es wohl bereits geahnt – das Heft in die Hand nehmen und dort einen Lokalaugenschein durchführen. Allerdings gibt es beim Anflug auf den geheimnisvollen Planeten gleich die erste böse Überraschung: Ihr werdet abgeschossen und müsst danach mit Hilfe einer Notkapsel auf dem eigentlich als unbewohnt eingestuften Himmelskörper landen. Wie kam es zu diesem Zwischenfall? Und besteht jetzt überhaupt noch eine realistische Chance, hier in Zukunft zu siedeln?

Optionaler Überlebenskampf

Kurz nach eurer Ankunft trefft ihr auf Wilson. Und dieser Taschencomputer wird euch noch ein hilfreicher Gefährte sein. Schließlich informiert jener nicht nur über den aktuellen Auftrag, sondern auch über Wind, Wetter und eure Gesundheit. Um letztere stets auf einem akzeptablen Niveau zu halten, müsst ihr ausreichend trinken, essen und schlafen – da gibt sich das Spiel sehr realitätsnah. Versagen wird mit dem Tod bestraft, was nicht weniger als den Untergang der Menschheit zur Folge hat.

Allerdings könnt ihr, falls er euch zu herausfordernd ist, den Survival-Aspekt jederzeit den eigenen Wünschen anpassen oder sogar gänzlich deaktivieren. Wer sich also lieber ganz der Erforschung von Gliese widmen möchte, verzichtet auf den Überlebenskampf. Weitaus spannender gestaltet es sich jedoch, wenn ihr es so lasst, wie sich die Entwickler das vorgestellt haben: Ein Abenteuer, in welchem man nichts geschenkt bekommt, sondern für jeden noch so kleinen Erfolg hart kämpfen muss.

Geheimnisvolle Welt

Besonders gelungen ist die Spielwelt von The Solus Project. So liegt ihr nicht nur ein gutes Artdesign zugrunde, sondern überrascht mit unzähligen Verstecken und Geheimnissen. Wer genau schaut, wird belohnt. Schließlich locken lohnende Artefakte, die eure Werte und Resistenzen verbessern. Und gelegentlich entdeckt ihr Schalter, die irgendwo eine Tür öffnen, und instabile Wände, die – einmal eingerissen – weitere Schätze preisgeben.

In regelmäßigen Abständen findet ihr zudem Tagebuchseiten und Steintafeln. Jene treiben die Story des Abenteuers voran, was euch unter anderem tiefe Einblicke in die Vergangenheit des Planeten gewährt. Dabei erfahrt ihr auch Wissenswertes zum Solus Project. Aufmerksame Spieler sind hier definitiv im Vorteil, müssen obige Gegenstände doch erst einmal gefunden werden. Doch es lohnt sich: Die Geschichte ist spannend und trägt zum Gefühl bei, einer größeren Macht ausgeliefert zu sein.

Mit ihrem stilsicheren Design und ihrer Detailverliebtheit ist den Entwicklern etwas gelungen: Sie haben eine faszinierende, fremdartige Welt erschaffen, die man einfach erkunden muss. Dabei erspäht ihr nicht nur mit einem sehnsüchtigen Blick in die Ferne optischen Hochgenuss, sondern vielfältige Wettereffekte wie Gewitter, Tornados und insbesondere eindrucksvolle Meteoritenschauer wissen ebenfalls zu überzeugen; obgleich letzteres Ereignis regelmäßig tödlich endet, falls ihr zu nahe dran seid. Und sämtliche Zyklen – Tag/Nacht, Wetter – wurden so behutsam und glaubhaft umgesetzt, dass ihr euch tatsächlich auf Gliese wähnt. Ein atemberaubendes Gefühl, das kein Gamer versäumen sollte.

Kommunikation erwünscht

Um die Rettung der Menschheit einzuleiten, muss ein Funkturm her. Denn die in Raumschiffen wartenden Kollegen benötigen eine erste Verbindung zur hoffentlich neuen Heimat. Deshalb beginnt ihr bereits zu Beginn mit dem Bau eines entsprechenden Turms, der euch die Kommunikation mit dem Mutterschiff ermöglicht. Dazu bedarf es jedoch einiger Bauteile, die an diversen Absturzstellen auf Gliese mal mehr, mal weniger leicht zu finden sind. Und wie es sich für eine offene Spielwelt gehört, entdeckt und findet ihr letztlich viel mehr, als anfangs gedacht.

Während sich die beiden Tätigkeiten – Erforschung und Funkturm – zunächst etwas voneinander losgelöst anfühlen, greifen die beiden Mechanismen schon bald gekonnt ineinander und ziehen euch regelrecht in diese faszinierende Welt hinein. Zwar gibt es gelegentlich Backtracking und manche der vorhandenen Rätsel wiederholen sich, doch das trübt den Spielspaß nur marginal. Schließlich treibt euch der Wunsch, den Turm endlich fertigzustellen, um anderen Menschen von euren Entdeckungen zu berichten, kontinuierlich an. Und ihr werdet dort so einiges erleben, das zu erzählen sich lohnt, versprochen!

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