Wasteland 2: Director’s Cut Edition – Als Held oder Psycho durchs Ödland

Die Zukunft bringt uns Asche, Dreck und fies mutierte Monster-Hasen

post img
Veröffentlicht am 03. September 2017 von Daniel Meyer

Crowdfunding-Projekte sind seit mehreren Jahren insbesondere im Bereich Gaming sehr angesagt. Das liegt nicht nur daran, dass kleinere Studios auf diese Weise in der Lage sind mutigere Projekte umzusetzen, sondern auch die alten Hasen unter uns können einen zweiten Frühling erleben oder zumindest in Nostalgie schwelgen. Das wird oft durch spirituelle Nachfolger klassischer Games bewerkstelligt, die von 3D-Jump ’n Runs bis hin zu isometrischen Rollenspielen reichen. Gerade von der letzteren Sorte konnten wir in letzter Zeit einige wirklich gute erleben, wozu unter anderen auch Tides of Numenera und Divinity: Original Sin zählen lassen. Zu dieser Art von Spielen zählt zudem auch der vom Fallout-Produzenten entwickelte Titel Wasteland 2, in dem ihr euch in einem zerklüfteten, post-apokalyptischen Ödland wiederfindet. Hier gilt es nun Recht und Gesetz wieder herzustellen, was sich jedoch als alles andere als eine leichte Aufgabe herausstellt.

Die Wasteland 2: Director’s Cut Edition ist aktuell im PlayStation Store im Angebot. Spart 75 Prozent auf den Vollpreis und nehmt für nur 9,99 Euro das Gesetz selbst in die Hand.

Wasteland 2: Director's Cut Edition

Sand in den Stiefeln? Willkommen bei den Desert Rangers!

In einer apokalyptischen und zerstörten Welt zu leben ist eine Sache, darin zu überleben eine ganz andere. Dies gilt umso mehr, wenn diese Welt droht durch üble Absichten von Gaunern, mutierten Pflanzen und allerlei anderen bösartigen Kreaturen in den Abgrund der Finsternis gezogen zu werden. Ihr könntet natürlich ausharren und auf einen grausigen Tod warten, oder aber eine Waffe in die Hand nehmen und euch für Recht und Gesetz einsetzen.

Die Geschichte hinter Wasteland 2: Director’s Cut beginnt mit der Beerdigung des erfahrenen Desert Rangers Ace, der auf mysteriöse Art und Weise das Zeitliche segnen musste. An dieser Stelle tretet auch sogleich ihr zusammen mit eurem neu gegründeten Squad auf den Plan, und eure Aufgabe ist relativ simpel: Herausfinden, wer oder was Ace auf dem Gewissen hat. Schnell stellt sich heraus, dass dies alles andere als ein Zuckerschlecken ist, aber wer würde in einer solch aus den Fugen geratenen Welt auch mit Geschenken rechnen.

Schnell zeigt sich, dass die Entwickler von inXile Entertainment einen Aspekt ganz besonders in den Fokus gesetzt haben: die Story. Das mag sich für Literatur-Banausen womöglich als Tortur herausstellen, Rollenspiel-Fans hingegen dürfen sich auf umfassende Dialoge und Hintergrundgeschichten freuen. Aber natürlich kommt auch die Action nicht zu knapp. Während ihr zwischen den Kämpfen frei die Welt erkunden könnt, so wechselt das System in eine rundenbasierte Form, sobald Feindkontakt besteht. Hier gilt es dann die eigenen Charaktere taktisch zu platzieren und Gebrauch von dem gut gelungenen Fähigkeiten- und Waffenspezialisierungssystem zu machen, um den Kontrahenten ordentlich einzuheizen.

Wasteland 2: Director's Cut Edition

Nicht alle können gerettet werden

Im Verlauf der Geschichte von Wasteland 2: Director’s Cut gibt es allerhand zu entdecken. Ihr werdet auf euren Reisen zahllose Charaktere kennenlernen, von denen sich euch auch manche anschließen können. Allerdings kommt das Spiel auch mit einem rudimentären Gesinnungssystem daher, sodass eure Entscheidungen im Spielverlauf auch Einfluss auf eure Partymitglieder haben. Entsprechen eure Aktionen nicht deren Gesinnung, so kann es passieren, dass diese Charaktere irgendwann eure Gruppe verlassen, weil sie schlichtweg die Schnauze voll von euch haben.

Dieser Aspekt zeigt aber auch die große Freiheit. Wie ihr vorgeht bleibt ganz euch überlassen. Wollt ihr einer Gruppe Menschen helfen und ihnen sogar über eure Pflicht hinaus behilflich sein, oder doch nur das nötigste tun? Es ist sogar möglich komplett Amok zu laufen. Letzteres kann allerdings auch dazu führen, dass die übrigen Desert Rangers der Welt euch daraufhin jagen.

Auch im Bereich des Wiederspielwerts kommt Wasteland 2: Director’s Cut ganz respektabel daher, was insbesondere auch dem Quest-Design zu verdanken ist. So kommt es an einem Punkt der Geschichte dazu, dass ihr euch zwischen zwei Aufgaben entscheiden müsst. Entweder leistet ihr einer Siedlung Hilfe, die gerade von Plünderern angegriffen wird, oder aber ihr macht euch auf eine botanische Einrichtung zur erkunden, in der menschenfressende Pflanzen für Tod und Chaos sorgen. In letzterer kann es übrigens zu einem einzigartigen Erlebnis kommen, denn wer kann schon behaupten, dass sein Charakter von zwei Meter großen Hasen gerissen wurde?

Wie hat dir der Beitrag gefallen?